
- Erscheinungsdatum: 14.03.2012
ISBN 978-3-937717-75-3
254 Seiten, Englische Broschur
Preis: 17,80 €
Volker Dittrich
Zwei Seiten der Erinnerung
Die Brüder Edgar und Manfred Hilsenrath
Buchbeschreibung
Ein faszinierendes Doppelporträt zweier Brüder: des international renommierten Schriftstellers und seines für die amerikanische Raumforschung arbeitenden Bruders. Behutsam konfrontiert der Autor die fiktional verarbeitete Vergangenheit Edgar Hilsenraths mit den detaillierten Erinnerungen seines Bruders Manfred Hilsenrath.
Edgar und Manfred Hilsenrath, geboren 1926 und 1929, aufgewachsen in Halle (Saale), mit der Mutter 1938 zum Großvater in die Bukowina emigriert, 1941 deportiert mit den Juden aus dem Schtetl ins Getto Moghilev-Podolsk. 1944 von der Sowjetarmee befreit. Edgar schlägt sich nach Palästina durch, Manfred gelangt 1946 mit der Mutter nach Lyon zum Vater, der in Frankreich überlebt hat. Auch Edgar trifft Ende 1947 dort ein. Manfred will studieren und Ingenieur werden. Edgar, der schon mit 15 Jahren seinen ersten Roman geschrieben hat, fühlt sich als Schriftsteller. Manfred Hilsenrath wandert 1950 nach New York aus, sein Bruder folgt ihm ein Jahr später. Die Wege trennen sich, als sich Manfred Hilsenrath in Kalifornien niederlässt, um bei Lockheed für die amerikanische Raumforschung zu arbeiten. Edgar bleibt in New York, lebt dort von Gelegenheitsjobs und schreibt an seinen Romanen. Sein erster Roman »Nacht« erscheint 1965 in München. 1975 kehrt Edgar Hilsenrath nach Deutschland zurück und lässt sich in Berlin nieder.
Volker Dittrich besuchte Manfred Hilsenrath im Mai 2011 in Fairfield Bay, Arkansas und sprach mit ihm mehrere Tage über seine Erinnerungen. Das Buch basiert außerdem auf Gesprächen, die Volker Dittrich und Edgar Hilsenrath auf ihren zahlreichen gemeinsamen Lesereisen in den Jahren 2003 – 2009 führten.
Entstanden ist ein eindringliches und sehr persönliches Porträt der beiden Brüder, in deren unterschiedlichen Lebenswegen sich ein Stück deutsch-jüdischer Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegelt.
Pressestimmen
Die Doppel-Biografie Zwei Seiten der Erinnerung über die Brüder Edgar und Manfred Hilsenrath von Verleger Volker Dittrich ist gelungen: spannende Lebensgeschichte, historisches Dokument und lebendige persönliche Erinnerung in einem.
Matthias Koeffler, BuchMarkt
Das Verhältnis zwischen Volker Dittrich und Edgar Hilsenrath dagegen war von Beginn an mehr als das für einen Verleger und seinen Autor gewöhnliche. Als der Piper-Verlag 2002 angesichts zurückgehender Verkaufszahlen die Rechte an den Schriftsteller zurückgab, wagte Dittrich als Kleinverleger eine Werkausgabe. Dass er Hilsenrath damit vor dem drohenden Vergessen bewahrte, hat dieser ihm lange hoch angerechnet. Unzählige gemeinsame Lesereisen der beiden, bei denen der Verleger bisweilen auch die Rolle des Altenpflegers übernahm, legen Zeugnis von dieser Freundschaft ab. Das Buch dokumentiert aber auch die Entfremdung zwischen Verleger und Autor – und zwischen den Brüdern.
Moritz Reininghaus, Jüdische Zeitung
Die doppelte Erinnerung wirft ein Licht auf die literarische Verdichtung bei Edgar Hilsenrath und auf die Persönlichkeiten beider Brüder. (…)
Für Volker Dittrich ist das Buch der Endpunkt einer jahrelangen Beschäftigung mit dem faszinierenden und einzigartigen Werk Edgar Hilsenraths, dem er als engagierter Verleger von 2003 bis 2008 mit der zehnbändigen Werkausgabe zu einer Renaissance verholfen hat.
Matthias Reichelt, Junge Welt
Volker Dittrich, der zeitweise Verleger und enge Vertraute Edgar Hilsenraths (geboren 1926), konfrontiert in dieser ungewöhnlichen Biografie die Erinnerungen des Bruders Manfred an beider Lebensgeschichten mit literarischen Texten, Briefpassagen und persönlichen Stellungnahmen Edgar Hilsenraths. Der Reiz des Lesebuches liegt in der Gegenüberstellung der sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten und Weltsichten der beiden Brüder und im
Wechsel von biografischen Dokumenten und literarischen Texten.
Ronald Schneider, ekz-Bibliotheksdienst

