
- Erscheinungsdatum: 19.11.2005
ISBN 393771717X
233 Seiten, gebunden
Preis: 24,80 €
Helmut Braun
Verliebt in die deutsche Sprache
Die Odyssee des Edgar Hilsenrath Ausstellungs-Begleitbuch
Buchbeschreibung
Aus dem ca. 50 000 Blatt umfassenden Edgar -Hilsenrath-Archiv in der Akademie der Künste Berlin wurden für eine Wanderausstellung etwa 220 Exponate ausgewählt: Manuskripte, Briefe, Fotos und Rezensionen. Darunter sind viele bisher unbekannte und unveröffentlichte Materialien, zum Beispiel frühe autobiografische Aufzeichnungen aus dem Ghetto, in Palästina 1945 geschriebene Texte, die schon thematische Bezüge zu seinem ersten, umstrittenen Roman »Nacht« (1964) aufweisen, eine Fassung des wohl berühmtesten Hilsenrath-Buches »Der Nazi & der Friseur« in Briefform. Der bisher unveröffentlichte Prolog ist in diesem Buch zu finden. Der Band enthält zahlreiche Fotos – von Familienbildern aus der Bukowina über Aufnahmen aus Palästina und Frankreich, Schnappschnüsse von der Uberfahrt nach Amerika auf demselben Schiff wie Rita Hayworth. Ein Brief an Max Brod, und dessen überraschende Antwort, und ein bewegender Brief an den Vater in Lyon, alle aus dem Jahr 1945. Dokumente zur Verlagspolitik und ein Brief von Nina Raven-Kindler an den Autor von »Nacht«, in dem sie den Rückzug des Verlages rechtfertigt. Die Wanderausstellung und das Begleitbuch zur Ausstellung würdigen einen großen Schriftsteller, der den Katastrophen des letzten Jahrhunderts literarische Gestalt gegeben hat. Beiträge von Jens Birkmeyer, Helmut Braun, Martin A. Hainz, Bettina Heyßl, Hans Otto Horch, Christina Möller und Klaus Werner zum Werk des Autors und eine sehr umfangreiche Bibliographie machen dieses Buch zusätzlich zu einem wichtigen Nachschlagewerk.
Pressestimmen
Edgar Hilsenrath ist neben Jurek Becker und Peter Weiss – der große deutschsprachige Erzähler des Holocaust. Sein Ghettoroman “Nacht” und die die Satire “Der Nazi & der Friseur”, aber auch sein “Märchen vom letzten Gedanken” über den Genozid am armenischen Volk und seine Hommage an die Bukowina, “Jossel Wassermanns Heimkehr”, zählen zur Weltliteratur.
Dank der aufopferungsvollen Arbeit des Verlegers Volker Dittrich sind diese Werke neu ediert zugänglich. Die Berliner Akademie der Künste richtete, anlässlich der Schenkung des Nachlasses, eine Ausstellung zum Lebenswerk Hilsenraths ein, dem nun auch ein Dokumentationsband mit einigen Aufsätzen folgt. Eine wirkliche Entdeckung ist der Abschnitt “Ein Leben in Bildern”, in dem viele unveröffentlichte Fotos die Biografie des Aturos eindrucksvoll illustrieren. Vor allem die Jugendbilder aus Leipzig und Halle an der Saale und die Aufnahmen aus dem französischen Exil sowie die Autografen – darunter Briefe von Max Brod und Alfred Döblin an den aufstrebenden Autor – kennzeichnen die markante Zäsur, die der Krieg in diesen Lebensweg schlug. … Dieser schön aufgemachte Band ist vor allem eine Erinnerung, die Romane von Edgar Hilsenrath (wieder-)zu lesen.
Thomas Kraft, Passauer Neue Presse
Dokumente eines bewegten Lebens und eines Schriftstellers von Weltrang Hilsenraths wirkliche Heimat liegt in der deutschen Sprache. Das Begleitbuch zur Ausstellung enthält zahlreiche bisher unveröffentlichte Fotos und Texte des Autors.
Berliner Morgenpost
»Dokumente eines bewegten Lebens und eines Schriftstellers von Weltrang Hilsenraths wirkliche Heimat liegt in der deutschen Sprache. Zu ihr pflegt der Autor eine Liebesbeziehung, seit seiner Zeit in der Bukowina. Das Begleitbuch zur Ausstellung enthält zahlreiche bisher unveröffentlichte Fotos und Texte des Autors.
Berliner Morgenpost
»Seit 1975 lebt dieser Schriftsteller nun schon in Berlin. Wie kaum ein anderer hat er die deutsche Katastrophe in wortgewaltigen Erzählungen voller Witz, saftiger Sinneslust und epischen Verästelungen in die Niederungen des Menschlichen festgehalten.«
Sabine Vogel, Berliner Zeitung

