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Ingrid Bachér: Der Liebesverrat
Erscheinungsdatum: 04.10.2005

ISBN 3937717153
120 Seiten, gebunden

Preis: 17,00 €



Auch als E-Book erhältlich!

Ingrid Bachér Der Liebesverrat

Buchbeschreibung

Drei seit langem miteinander befreundete Paare treffen sich in einem Nobelrestaurant auf dem Lande, um die letzten Stunden des Jahres 2004 gemeinsam zu verbringen. Da ist Bernward, der sie alle eingeladen hat, er und Harriet sind auf geradezu ideale Weise seit mehr als zwanzig Jahren miteinander verbunden, und da ist Karla, die an der Treue ihres Mannes nicht zweifelt, obwohl offensichtlich ist, dass Arthur sie mit Nina betrügt. Nina, die mit Arnoversucht eine Ehe zu führen, in der Treue nicht gefordert wird. Uberraschend mitgebracht hat das Paar eine junge, schöne Frau. Ihre Anwesenheit verändert nicht nur das Zusammenspiel der drei Paare lässt Empfindungen und Erinnerungen bedeutsamer werden, sondern fordert auch eine Entscheidung von dem, der Judith liebt.
Verrat ist im Spiel, einerlei, wie die Entscheidung fällt. Welche Liebe wird bewahrt, welche ist schon lange verloren, aufgegeben oder wiedergewonnen? Liebe verlangt nach Vetrauen, aber gerade dieses erwünschte Doppelgespann erweist sich als Illusion. Ist der Verrat am anderen erst vollzogen, wenn er offenbart wird oder war das den anderen Vernichtende gerade seine Geheimhaltung? Anwesend sind viele Gäste bei diesem festlichen Essen. Doch scheint der heitere, übermütige Ton, je länger der Abend dauert, gedämpfter zu werden. Wegen der Tsunamikatastrophe, die erst vor einigen Tagen geschah, wird es auch nicht wie üblich um Mitternacht von der Terasse des Restaurants aus ein Feuerwerk geben. Eine andere Gewalt baut sich im Hintergrund der Szene auf.

Pressestimmen

Liebesverrat und Schmerz allein ergeben noch keinen neuen Stoff. Aber wie ihn Ingrid Bachér erzählt und wie sie jeder Figur ihre Würde lässt, das fesselt und überzeugt. Ihre gebändigte, durchgefeilte Sprache festigt von Seite zu Seite den Pakt zwischen Text und Leser. Diese Erzählung gehört gewiss zu den rührenden, artistischen und intelligenten Büchern des Jahres.

Jürgen Tremper, Nordkurier

Die Liebesverrat-Geschichte im geschlossenen Raum des Restaurants, in dieser erstarrten Jahreswechsel-Nacht, ist ohne Ausweg. Eine Art Orientexpress. Keiner entkommt. Was von draußen hineindringt, geschieht übers Internet. Die Wirtsleute hocken im Büro und suchen auf der Vermisstenliste nach der Tsunami-Katastrophe den Namen ihres weltreisenden Sohnes. Vermutlich hätte kein mittelmäßiger Autor sich die Chance entgehen lassen, den Jahreswechsel mit dem Liebesverrat und dem Tod des Sohnes zu koppeln. Auf solche Affekte ist Ingrid Bachér, einst Mitglied der Gruppe 47 und PEN- Präsidentin, nicht angewiesen. Ihre Erzählung braucht zur Katastrophe des Liebesverrats keine Weitere. Wie sie auch keine Antworten für ein glückliches Leben und richtige Liebe liefert und auch kein Urteil über den Verrat spricht. »Der Liebesverrat« begann mit der Anreise der sieben. Am Ende, wenn die Freunde wieder in ihre Autos steigen und in die Nacht des neuen Jahres fahren, bleibt alles offen. Die sieben werden ins Leben entlassen und mit ihnen der Leser. Der Schluss dieser so konzentrierten, dichten Erzählung kommt fast überraschend. Das Ende ist also ein Ärgernis, wie bei jeder Geschichte, die zum Begleiter wurde. Im Grunde ist auch das ein Verrat. Aber ein schöner. Weil er zum Wiederlesen ermuntert. Es lohnt sich.

Lothar Schröder, Rheinische Post

In dieser tief gehenden, humorvollen und erkenntnisreichen Erzählung hat die Autorin den Liebesverrat aus allen Perspektiven beleuchtet. … Ein Buch, das einen gefangen nimmt. Dazu noch ein sprachlicher Genuss.

Günter Butkus, Handelsblatt

Hier wird kein Eklat inszeniert, sondern eine Endzeitstimmung meisterhaft zelebriert. Eine Entdeckung

Jan Drees, Westdeutsche Zeitung

Durch die sorgfältige, leichte Sprache Bachérs ahnt der Leser, was die Protagonisten noch zu verdrängen haben. Doch wer verrät hier eigentlich wen?

Berner Zeitung

Die erzählerische Konstellation ist prekär: Drei verheiratete Pare, seit langem befreundet, treffen sich zu einem Sylvesterdiner. Dazu kommt eine junge schöne Frau. Sie hat ein Verhältnis mit einem der Ehemänner. Davon wird die Festtafel bald erfahren. Man bemüht sich, gelassen zu reagieren. Doch peu á peu kommen Risse zum Vorschein. Verrat an der Liebe heißt für die für die 75-jährige Autorin, die Mitglied der Gruppe 47, Präsidentin des westdeutschen PEN-Zentrums war und zuletzt im »Tagebuch einer Annäherung« (2003) über das Alter schrieb, vor allem Verrat an einer Haltung. Ein Verrat aus falscher Behaglichkeit, als ob man das Leben mit einem langen Regen verwechseln könnte, bei dem man den Schirm aufspannt und wartet, bis es vorbei ist. Dagegen stellt sich eine Prosa der Neugier, des Staunens, der Aufmerksamkeit.

Thomas Wild, Tagesspiegel

Ließ sich der Lebenslauf der Liebe seismografisch aufzeichnen, sein Verlauf wäre von dem eines Erdbebens kaum unterscheidbar. Silvester 2004: Drei befreundete Paare mittleren Alters feiern in einem entlegenen Gasthof den Jahreswechsel und entstauben ihre Erinnerungen. Alles wäre wohl wie in all den Jahren zuvor, hätte Bernward nur nicht Judith mitgebracht, seine gefährlich schöne, den Kinderschuhen kaum entwachsene Nichte. Und vielleicht hätten Tanzmusik und Feuerwerk dafür gesorgt, dass die Wahrheit draußen bleibt, außerhalb der eigenen vier Wände. Aber aus Rücksicht auf die Opfer der Tsunami-Katastrophe wird auf diese Stimmungutensilien verzichtet. Was bleibt einem also anderes übrig, als zu reden? Ingrid Bachér entwirft in der Erzählung »Der Liebesverrat« ein atmosphärisch dichtes wie düsteres Panorama aus Betrug und Selbstbetrug und weiß die Vorboten geologischer wie privater Katastrophen auf subtile Art und Weise zu verknüpfen Dieses Buch ist nicht zuletzt ein Lehrstück über die Ausweglosigkeit, den Dingen auf den Grund gehen zu wollen; der, sobald man ihn betritt, sich von neuem auftut.

Heike Kunert, DIE ZEIT

Ingrid Bachér hat mit »Der Liebesverrat« ein kleines Drama über diverse Lebensläufe der Liebe verfasst. Und entlarvt letztere als großartigen, geheimnisvollen Selbstbetrug.

Günter Nawe, KÖLNISCHE RUNDSCHAU

… die neue Novelle »Der Liebesverrat« zeigt Ingrid Bachér auf der Höhe ihres Könnens…

Hubert Winkels, Deutschlandfunk, Büchermarkt

… In der Novelle »Der Liebesverrat« stellt sie ihre detektivistischen Fähigkeiten im Bereich psycholiterarischer Wirklichkeitserfassung erneutunter Beweis…
Es geht ganz unaufgeregt und ruhig zu in diesem wahlverwandtschaftlichen Kammerspiel aus unseren Tagen. Mit Einfühlung und sprachlicher Treffsicherheit lotet Ingrid Bachér die Gedanken­ und Gefühlswelten der Protagonisten aus …

Cornelia Staudacher, Deutschlandfunk, Büchermarkt

Die Zärtlichkeit nach der Enttäuschung und das Aufflammende, Umstürzlerische der neu erwachten Liebesfähigkeit und wieder das Einmalige, so unbedingt, als müsse man zerstören das Alltägliche, das Unterholz der Gefühle, um den anderen wirklich zu erreichen.

Diese Erzählung gehört gewiss zu den rührenden, artistischen und intelligenten Büchern des Jahres.

Nordkurier