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Christoph D. Brumme: Der Honigdachs
Erscheinungsdatum: 05.07.2010

ISBN 978-3-937717-50-0
131 Seiten, gebunden

Preis: 14,80 €

Christoph D. Brumme Der Honigdachs

Roman

Buchbeschreibung

»Ihr werdet euch wundern!« warnt der Erzähler seine Eltern – gleich nach der Trennung von der Nabelschnur.
Dies ist die Geschichte eines Jungen, der sich aus der familiären Eishölle hinausträumt, der liest und lernt und schreibt, um sich und der Welt zu beweisen, dass das Leben – so quälend und zerstörerisch es sein mag – einen Sinn haben kann.
Sein Lieblingstier ist der Honigdachs, der »fast alles kann«, unangreifbar ist und in einer Quasi-Symbiose mit einem Vogel lebt, der ihn zum Honig führt – zum Rettenden! Der Held, der Honigdachs, schleicht sich davon – entrinnt der mörderischen Ausweglosigkeit des Tieres in Kafkas Bau. Kafka! Ein »Götze« im literarischen Netzwerk des Erzählers.
»Hiob« sucht das Weite: Seine Lehr- und Wanderjahre – Umzug in die Hauptstadt, Studium, und Reisen »an die Wolga« – beginnen nach der Schulzeit, mit dem Verlassen des heimatlichen Dorfes im DDR-Harz.
»Dieses Dorf ist wie jedes andere« – und es verlässt ihn nie –, doch er zeigt uns nun seine »erwachsene« Welt: Die vermeintlichen Freiheiten im realen Kapitalismus, die ihn anöden, treiben ihn ins ersehnte Russland, in dem – trotz zahlreicher westlicher Krankheiten – allerorten Dostojevski und Gogol aufscheinen: »Ich hielt mein Ohr an ein altes
Holzhaus. Die Hufschläge der Pferde Dschingis Khans waren noch zu hören.«
Brummes Sprache ist spröde, einfach und knapp; wo immer das Unheil hereinbricht, setzt er – grandios! – ironische, komische, absurde, zynische, groteske Splitter. So entsteht ein ungeheuer dichtes, bildreiches Lebens-Mosaik, das einem den Atem raubt.

Pressestimmen

In der Spannung von gegenwärtigem Erzählen und Erleben und der Rekapitulation der Vergangenheit wird durch die klare Sprache eine merkwürdige Mischung aus Distanz und messerscharfer Analyse erzeugt. Erschütternd und schockierend ist dann auch nicht erst die Feststellung, die am Ende des Buches steht: „Raskolnikov hatte kalkuliert gemordet, ich als Siebenjähriger, welch fundamentaler Unterschied in Bezug auf die Bewertung der Tat, nicht in Bezug auf die möglichen seelischen Folgen“.

Brummes Roman ist ein Zeugnis von Kindesmisshandlung und den Folgen für die Opfer und deren Umfeld. In brillanter Sprache schafft er eine Prosaminiatur, die in dieser Form ihresgleichen sucht. Warum für dieses Stück Weltliteratur als Titel die Metapher des „Honigdachs“ gewählt hat, wird allerdings erst nach der Lektüre deutlich.

Thomas Neumann, www.literaturkritik.de

Die Sätze dieses Romans sind kurz und knapp. Der Erzähler schildert absichtlich sprunghaft und erzählt die schrecklichen Kindheitserlebnisse distanziert, ironisch und mit bissigem Humor.

Birgit Fromme, Borromäusverein Bonn

Bittere Ironie verbindet sich mit zynischen Anklagen, Lakonie geht die Ehe mit subtilem Humor ein. Die klare, etwas spröde Sprache berührt den Leser auf ganz eigene Weise. Ein lesens- und entdeckenswerter Schriftsteller!

Elvira Hanemann, Buchhandlung Thaer

Brummes Sprache ist spröde, einfach und knapp; wo immer das Unheil hereinbricht, setzt er ironische, komische, absurde, zynische, groteske Splitter. So entsteht ein ungeheuer dichtes, bildreiches Lebens-Mosaik, das einem den Atem raubt.

Praxisjournal Buch