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Erasmus Schöfer: Der gläserne Dichter
Erscheinungsdatum: 05.03.2010

ISBN 978-3-937717-38-8
143 Seiten, gebunden

Preis: 16,80 €



Auch als E-Book erhältlich!

Erasmus Schöfer
Der gläserne Dichter

Buchbeschreibung

Zahlreich sind in den vergangenen Jahrhunderten die Zeugnisse über die Entbehrungen, die manchmal sogar lebensgefährdenden Anstrengungen der Autoren bei der Herstellung ihrer Kunstwerke. Der gläserne Dichter ist ein Buch, das anschaulich macht: Kunst geht aufs Ganze.
Der Dichter, dessen Existenzweise Erasmus Schöfer hier erkundet, wird einer Analyse unterworfen, die wie eine Computertomografie den Autor seziert – bis in die feinsten und geheimsten Antriebe und Bedingungen seines Lebens. Es ist eine unbarmherzig radikale Expedition in das Dasein dieses namenlosen Künstlers. Das Motiv der Forschungsreise ist, die psychischen, die materiellen und sozialen Widerstände aufzudecken, die dem Gelingen eines Kunstwerks in aller Regel entgegenstehen, deren Spuren aber meist aus ihnen getilgt sind, wenn es denn gelungen ist.
Künstlerbiografien, selbst oder fremd verfasste, haben es bisher kaum gewagt, die Schaffensbedingungen künstlerischer Arbeit aus solch schonungsloser Nähe auszuleuchten. Zu Schöfers bitter-ironischem Porträt gehört die Schilderung sowohl des alltäglich-banalen Arbeitskampfes des Dichters am Schreibtisch mit seinen eigenen Schwächen, mit seinem Text und seiner Sprache, als auch seines Kampfes mit den Menschen und Kräften, die in der gesuchten Öffentlichkeit, dem Literaturmarkt, der Gesellschaft, eine Anerkennung und Wirkung seines Werks behindern.
Dabei geht es Schöfer nicht um eine Zeichnung der erfolgverwöhnten Großschriftsteller – obwohl auch deren Existenz (gut verheimlicht) ähnliche Merkmale aufweisen dürfte –, sondern eher um Dichter, deren Werk erst spät oder nach ihrem Tod gerühmt, in seinem Wert und seiner Wahrheit erkannt wird.
Der hier geschilderte Dichter ist kein versponnener Romantiker. Er ist ein Realist, scharfsichtig und selten barmherzig gegenüber sich selbst und der Welt, in die er geboren worden ist.

Pressestimmen

Erasmus Schöfers »Besichtigung« des »gläsernen Dichters« ist illusionslos, oft auch ironisch gebrochen – geschrieben in einer genau austarierten, präzisen Prosa. Ein Schriftsteller – daran lässt er keinen Zweifel – muss immer an seine Grenzen gehen. Mehr noch: in der Hinnahme von Rückschlägen genauso wie beim Perfektionieren des eigenen Stils muss er die Ausdauer und Moral eines Sisyfos an den Tag legen. Erasmus Schöfer selbst hat den beschriebenen Kampf um Anerkennung mit seiner Tetralogie über »Die Kinder des Sisyfos« gewonnen. Beim Überstehen aller Krisen hat ihm vor allem eines geholfen: sein unbeirrbarer Glaube an die gesellschaftsverändernde, die aufklärerische Kraft von Literatur.
Christoph Vormweg, Westdeutscher Rundfunk

"Das Schreiben wird als ein auch körperlicher Vorgang geschildert, der mehr von Absonderungen der Schweißdrüsen als von süßen Musenküssen begleitet wird. Dadurch setzt Schöfer einen deutlichen Gegenakzent zur heute mehr denn je grassierenden Kreativitätsideologie. Ihm gelingt eine Entzauberung des künstlerischen Tuns, das einerseits durch seine Einbettung in konkrete, sinnlich nachvollziehbare Handlungskomplexe als Arbeitsprozeß buchstäblich begreifbar gemacht wird, andererseits aber doch rätselhaft bleibt. …
Die Schreibarbeit entpuppt sich als Wechselspiel des Kontrollierbaren und des Unkontrollierbaren, als unaufhörlicher Kampf um Ordnung gegen innere und äußere Störfaktoren, seien es unerwartete Anrufe, das Klingeln an der Tür oder plötzliche Einfälle, die von der eigentlichen Arbeit wegführen. Es gilt Worte zu finden, einen Gedanken nicht zu verlieren, der erst dann an Kontur gewinnt, wenn er schwarz auf weiß geschrieben steht. …
Geschildert wird das alles in einem ironisch-distanzierten Ton, der die eigene Eitelkeit mindestens ebenso sehr aufzuspießen versteht wie die Schwächen seiner Kollegen im Literaturbetrieb." Mehr lesen
Thomas Wagner, Junge Welt