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Christoph D. Brumme: Auf einem blauen Elefanten
Erscheinungsdatum: 05.03.2009

ISBN 978-3-937717-32-6
192 Seiten, Landkarten und Fotos, gebunden

Nicht lieferbar

Christoph D. Brumme
Auf einem blauen Elefanten

8 353 Kilometer mit dem Fahrrad von Berlin an die Wolga und zurück

Buchbeschreibung

Auf einem ganz normalen Tourenfahrrad macht sich Christoph D. Brumme im Mai 2007 auf den Weg nach Saratov in Russland. Viel zu gefährlich!, warnen ihn Freunde und Bekannte, Russen, Ukrainer und Deutsche. Doch Brumme möchte die unbekannte Wirklichkeit erforschen. Er träumt davon, in der Wolga zu schwimmen, im Mondschein in der Steppe zu schlafen und sich das Rauchen abzugewöhnen.
Nach acht Tagen durch Polen erreicht er die ukrainische Grenze. Es zieht ihn dorthin, wo mehr Nutz- als Zierpflanzen in den Gärten stehen.
»Die Leute mit den Nutzpflanzen sind die besseren Erzähler. Die Zierpflanzen-Besitzer verfügen über ein Konto, sie haben Kaufverträge abgeschlossen, und bei ihnen kann man viel kaputt oder schmutzig machen. Das wirkt sich auf die Bereitschaft zum Erzählen aus.«
Bald trifft er auch frühmorgens die »Räuber und Banditen«: Sie arbeiten im Regen auf den Feldern und tragen Stützstrümpfe und Hörgeräte aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Die größte Entdeckung sind jedoch die Buswartehäuschen. Seit Jahrzehnten werden sie mit Mosai-ken gestaltet, eines schöner als das andere. Er fotografiert die farbenfrohen Zeugen der Geschichte und diskutiert mit Passanten über die sowjetische Zeit.
Das Diktiergerät hat Brumme sich um den Hals gehängt, so kann er Einfälle und Beobachtungen auch während des Fahrens festhalten. Er arbeitet als Tellerwäscher und in einer Brigade von Bauarbeitern, trifft weise Offiziere und einen Drogenfahnder, er lernt ein betrunkenes Dorf kennen. Er wird eingeladen, beschenkt und bestaunt.
Das Radfahren wird zunehmend zu einem Rausch. Brumme hält sich selbst und den Ziegen am Wegrand Vorträge, denkt über das Schreiben nach und erinnert sich an Schachpartien.
Wer mit ihm reist, wird reich belohnt. Die vielen Begegnungen fügen sich zu einem farbigen Porträt der Länder in der »Schwarzen Mitte Europas«, über die wir Westeuropäer noch viel zu wenig wissen.
Anhand von Ubersichtskarten kann der Leser die einzelnen Etappen der Tour de Wolga nachvollziehen. Eine Auswahl der Buswartehäuschen wird auf einem farbigen Innenteil dokumentiert.

Pressestimmen

Im Tritt der Pedale verweben sich Erinnerungen, poetische Miniaturen und skurrile Alltagsbeobachtungen – vom Dampfgeplauder der Globetrotter Steve und Vali ist Brummes Prosa so weit entfernt, wie ein Andrzej-Wada-Film von den »Simpsons«.

Nils Kahlefendt, Börsenblatt

So ganz will man Brumme seine fast ausschließlich positiven Erfahrungen nicht glauben, zu perfekt, zu menschenfreundlich scheint diese Welt (…)

Vielleicht ist diese Skepsis aber genau der westliche Großstadtpessimismus, dem Brumme mit seiner Fahrradtour entkommen wollte. Um das herauszufinden, muss man vermutlich selbst seine Erfahrungen sammeln. Brummes Buch macht auf jeden Fall Lust darauf.

Jan Ehlert, NDR - Buch der Woche

Christoph Brummes Buch ist anders. (…) Das Buch lebt (…) von den Begegnungen, die Brumme widerfahren. Er erzählt von seinen Vorurteilen, die Ukraine betreffend. Räuber und Banditen vermutet man dort, alle Formen von Gesetzlosigkeit und Willkür, einfach mafiöse Zustände udn Brumme – Brumme fährt mit seinem Rad durch das Land und bekennt am Ende, dass es nicht eine Stunde gegeben hätte, in der er diese Fahrt bereut habe. (…)
Brumme zieht ein doppeltes Fazit aus seiner Tour de Wolga: Er liebt das Alleinsein, und er hat erlebt, dass die meisten Menschen hilfsbereit, freundlich und ehrlich sind. Das klingt recht schlicht, aber vielleicht sind viele Wahrheiten genau das.
Mein Fazit: Lesenswert.

Günter Wessel, Deutschlandradio

Das Buch erinnert an Wolfgang Büschers preisgekröntes Werk »Berlin – Moskau«. Brummes Bericht ist ähnlich lesenswert und tiefgründig, nur nicht so geschichtsgründelnd.

Maren Schürmann, Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Dies ist kein Radreiseführer. Dies ist kein literarisches Werk. Dies ist eine Kreuzung aus beiden Aspekten. (…)

Fazit: eine etwas andere Lektüre, weit abseits vom Mainstream und dennoch gut lesbar und gelungen. Eine Ergänzung des breitgefächerten Angebotes für radbegeisterte Leser oder lesebegeisterte Radler.

Udo Kewitsch, Traunsteiner Tagblatt

Zur Abwechslung mal interessant reisen
(…) Brummes Reisebericht ist sprachlich brilliant und man merkt ihm nicht die Mühe an, die der Autor auf die Feinheiten seines Stils verwendet hat. Die treffenden, kurzen Formulierungen, die Vermischung von Reiseerlebnis, kommentierendem Metatext und literaturhistorischen Exkursen lassen den Fahrradfahrer Brumme eine ganz eigene Sicht auf die Menschen finden, die ihn auf seiner Reise begegnen. (…) Dieses Erlebnis mit dem Autor zu teilen, darauf sollte kein Leser verzichten.

Thomas Neumann, www.literaturkritk.de

Fahrradtour durch die Hirnwindungen
Auf seiner Fahrt durch Polen, die Ukraine und Russland berichtet er menschenkenntnisreich von Begegnungen mit Bauern, Schachtarbeitern, Volksdeputierten, Gendarmen und Banditen. … Seine Stärken entwickelt er im Wechsel von knappen Tagebucheinträgen und Bewusstseinsströmen ("Vielleicht fahre ich durch Dörfer oder durch meine Hirnwindungen") wie reflexive Passagen über das Schreiben ("Verwendung der Akjektive: Thomas Mann bindet Schleifchen an die Sätze, Kafka Rubine und Rasierklingen") oder Schachspielen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Reiseblatt

"Auf einem blauen Elefanten" als persönliche Empfehlung auf der SWR-Bestenliste im Mai 2010*
Dieses lebendige, nur scheinbar rasch hingeschriebene Tagebuch nimmt einen mit auf die lange Fahrrad- und Erfahrungstour, die der kontaktfreudige Solist Brumme im Sommer 2007 absolviert hat. Zweieinhalb Monate ist er mit seinem “blauen Elefanten” von Berlin nach Saratov unterwegs gewesen, in 14 strapaziösen Tagen auf anderer Route zurückgestrampelt. Der Lohn der Anstrengung: vor allem viele nachwirkende Begegnungen mit gastfreundlichen (meist auch trinkfesten) Menschen und, nicht zuletzt, die Fotos der mit Mosaikbildern ausgestatteten Buswartehäuschen – Sowjet-Kuriosa, die ihr Entdecker als Kulturerbe würdigt.
Wolfgang Werth