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Georg Meier: Alle waren in Woodstock - außer mir und den Beatles
Erscheinungsdatum: 05.03.2008

ISBN 978-3-937717-96-8
484 Seiten, gebunden

Preis: 22,80 €



Auch als E-Book erhältlich!

Georg Meier
Alle waren in Woodstock - außer mir und den Beatles

Roman

Buchbeschreibung

»Uberall roch es nach Revolution. Der Geruch steckte in den Klamotten und wehte durch die Straßen«, so sagt es der Protagonist des Romans und beschreibt damit das Lebensgefühl eines Teils der damaligen Jugend, der Langhaarigen, der Gammler, Beatniks, Hippies, die Jack Kerouac, Allen Ginsberg und Camus gelesen hatten, die eines Tages mit nicht viel mehr als einem Schlafsack und einer Zahnbürste aus dem Elternhaus schlichen, um an der nächsten Autobahnauffahrt den Daumen in den Wind zu strecken. Der Held des Romans erzählt vom Leben auf der Straße, von Demos, freier Liebe und vom Abenteuer in den großen Städten Europas, und ebenso eindringlich beschreibt er die Irrwege, die opiatverseuchten Hotelzimmer in Istanbul und Afghanistan, die Suche nach der absoluten Wahrheit in politischen und spirituellen Sekten. In Rückblicken erzählt er aus seiner Kindheit und Jugend in der vom Krieg zerstörten Stadt Gießen, von amerikanischen Soldaten, die das Rock' n' Roll-Gefühl in die deutsche Provinz bringen. Elvis Presley, Fats Domino, Bill Haley elektrisieren die Jugend, die Beatles markieren den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Mit Sex und Rock' n' Roll rebelliert die Jugend gegen ihre kopfschüttelnden Eltern, die sich nach der großen Katastrophe in eine Kleinbürgeridylle zurückziehen wollen. Generationenprobleme gab es immer, aber jetzt brachen sie los wie eine gewaltige Eruption. Man wollte die Abrechnung mit den Vätern, mit Richtern, Politikern und Polizisten, die mental noch immer in der Nazizeit zu Hause waren. Der Held bricht auf in die großen Städte. Erste Station wird Hamburg. Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg und gegen die NPD. Der Weg zur geistigen Freiheit ist mit allerlei Hürden und Schlaglöchern gespickt und mündet über viele Autobahnen, Kneipen, fremde Städte, Gefängnisse, Drogen, Wohngemeinschaften und durch viele erregte Diskussionen schließlich in einer Hamburger Stadtvilla mit Weinkeller, Bibliothek und Familie.

Pressestimmen

Wer war schon in Woodstock?

hr-Reporter Klaus Pradella stellt den Gießener Buchautoren Georg Meier und sein Buch "Alle waren in Woodstock außer mir und den Beatles" vor. 28.07.2010

Georg Meier hat ein unterhaltsames Stück Erinnerungsliteratur geschrieben, das immer wieder mit Krimielementen aufwartet. Meier schreibt unterhaltsam und kurzweilig, die vielen Details über die aktuelle Musik, die Haarlänge, die Mode geben dem Buch eine besondere Würze.
Windige Offenbarungen für Leute, die die Zeit nur aus den diffusen Erzählungen ihrer Eltern kennen, hält das Buch eine Offenbarung nach der anderen bereit. Wie dachte man über Sex, wie über das Establishment. Welche Träume gab es, wie kriminell war man, wenn man den neu aufgekommenen Drogen frönte.
Über die ganzen 484 Seiten bleibt der Leser gefesselt und hin und wieder ertappt er sich dabei, dass er darüber nachdenkt, auch einmal einfach so los zu ziehen, mit dem Daumen im Wind.

Klaus Frahm, GIESSENER ANZEIGER

Hier wird nicht das Leben in den Metropolen und der »glamouröse« Alltag der Studentenrevolte gezeigt. Hier ist das Überleben in der Provinz als Vertreter einer Randgruppe das Thema. Die anderen Gesellen beargwöhnen den Kochlehrling, sein Chef misstraut dem Hippie.
Meiers Protaganist entflieht nach Indien. In Rückblenden erzählt sich dieses Leben, Krebs im Endstadium ist die Diagnose. In Indien erzählt der ehemalige Hippie sein Leben einem britischen Ex-Kolonialbeamten, mit Gin Tonic überbrückt man die Zeit bis zum nahenden Ende. Klingt schaurig, ist aber von so viel lustigen Wendungen und mit lebendigen Dialogen durchsetzt, dass man gerne bis zum Schluss dran bleibt.

RADIO MULITKULTI

In seinem autobiografisch geprägten Buch »Alle waren in Woodstock außer mir und den Beatles«, umschifft Georg Meier das Monotonie-Problem eines typischen Drogenromans dadurch, dass er die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse der sechziger und siebziger Jahre reflektiert: Emanzipation, Pille und freie Liebe, amerikanische Bürgerrechts- und europäische Studentenbewegung, Kommune und WG, RAF-Sympathisantentum.
Der Tonfall des Ich-Erzählers ist schnoddrig. ohne gekünstelt zu wirken. Drogenerlebnisse werden oft mit bestimmten Songs assoziiert: »Wie Perlen an einer endlosen Schnur reihten sich Begriffe aneinander in treibenden Tempo, wie Mike Bloomfields Gitarrenspiel in dem Bob-Dylan-Stück Tomstone Blues, die Hammond-Orgel in Light my Fire von den Doors, das Pianoin der Beatlesversion von Rock’n‘Roll-Music.« Solche Beschreibungen erzeugen eine nahezu rauschhafte Atmosphäre, die es ermöglicht, das Lebensgefühl Michels nachzuempfinden. …
Ein höchst unterhaltsames Buch über die Hoffnungen und Verirrungen einer bewegten Epoche.

Andreas Resch, NEUES DEUTSCHLAND

»Woodstock«, »Beatles« – schon im Titel flirren die Signalwörter, die das Themenfeld dieses Romans genau abstecken. Rebellion, sex and drugs …, 68, all das. Es irritiert natürlich ein wenig, dass da eigentlich von Abwesenheiten geredet wird, aber alles klärt sich schnell, denn das geografische Zentrum dieses Romans ist die hessische Stadt Gießen. Hier wurde der Ich-Erzähler Michel kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geboren, hier verbrachte er seine Jugendjahre, hierhin kehrte er aber auch immer wieder zurück, wenn ihn seine geistigen, realen und psychedelischen Ausfahrten gleichsam zurück an den Strand warfen. …
(Der) sich erinnernde Ich-Erzähler referiert sein Leben aus deutlicher Distanz zu seiner Vergangenheit: Eine neuerliche und zeitnahe Reise an die alten Orte – es ist die zweite Ebene des Romans – ruft diese Erinnerungen wach. Freilich ist aus dem »Hippie« von einst offenbar ein rechter »Geldsack« geworden, der von der Auto- bis zur Unterwäsche-Marke nur die feinsten Adressen gelten lässt und der durchaus von den Neurosen des Wohlstandsbürgers geschüttelt wird. Kann das sein, wie geht das zusammen?

Gregor Ziolkowski DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

Was war das eigentlich für eine Zeit? Die 60er und 70er Jahre in der Bundesrepublik. Eltern verstanden ihre Kinder nicht mehr, die die Schule abbrachen, sich die Haare lang wachsen ließen und in die Welt trämpten. Sie suchen einen Gegenentwurf zur bestehenden Gesellschaft und dazu war ihnen jedes Mittel recht.
Mitten drin der Protagonist des Romans, der in seltener Offenheit von sich und den Gleichgesinnten erzählt. Es geht um Beatniks, Gammler, Hippies, es geht um freie Liebe, die Kommune 1 Fritz Teufel und Benno Ohnesorg, Helmut Kohl und Willy Brandt, um Hausbesetzungen, Demonstrationen, Auseinandersetzungen mit der Polizei, um Humanisten, Radikalisten, Sozialisten Kommunisten und neue Faschisten. Aber vor allem geht es um die Selbstfindung, wie soll ich leben, wie kann ich leben, ich will mich nicht anpassen und daher muß ich weg aus Deutschland, hinaus in die Welt.
Wer wissen möchte, was in dieser Zeit in der Bundesrepblik politisch, gesellschaftlich, kulturell an der Tagesordnung war, wie internationale Ereignisse reflektiert und diskutiert wurden, welchen Einfluß die stationierten GI’s hatten, der sollte sich diesen Roman zu Gemüte führen. Zeitgeschichte in fantastischen Geschichten und ich kann nun verstehen, warum einige der damaligen 68er dieser Zeit heimlich immer noch nachtrauern, obwohl sie nun Anzüge tragen und leitende Positionen haben.

RBB Antenne Brandenburg

Michel ist aus Gießen. Gießen ist in den 1960er-Jahren des 20. Jahrhunderts Provinz. Die Rahmenbedingungen für seine Jugend sind die engen Grenzen des Wirtschaftswunders. Werte und Wünsche einer prosperierenden Konsumgesellschaft werden an ihn herangetragen – denen er sich verweigert. Eine Ausbildung im Gastronomiebereich wird mit Mühe absolviert, dann der Seesack gepackt und im Sinne von Jack Kerouacs »On the road« in Richtung »Gammlerparadies« losgezogen. Das erzählende Ich ist Jahrgang 1947. Der Erzähler erlebt in den folgenden Jahren eine fast »klassische« Sozialisation eines 68er-Protagonisten. Keine Arbeit, ab und an ein kleiner Nebenjob, auf Wiesen herumliegen, Haschisch rauchen, Bier trinken und jede Menge Mädchen, die bereitwillig auf ein Abenteuer mit einem Beatnik warten. Dazu eine gute Portion Musik. Die einschlägigen Musikstandards werden rekapituliert und den entsprechenden Situationen und Erlebnissen zugeordnet. Eine stattliche Diskografie entsteht so neben der Lektüre.

Thomas Neumann, LITERATURKRITIK.DE

»Alle waren in Wodstock« ist ein wenig verrückt, manchmal derb und voller Selbstironie. Treffend spiegelt es das Lebensgefühl seiner Zeit wieder.

Tina Schröder, Buchprofile

Georg Meier gelingt es in seinem Roman »Alle waren in Woodstock, außer mir und den Beatles« in unterhaltsamer Weise das Lebensgefühl einer Generation zu beschreiben. Der Protagonist ist einer von vielen, die es wagten, dem spießigen Milieu einer bürgerlichen Gesellschaft zu entfliehen. Zugegeben, viele fleißige und angepasste junge Menschen in den 1960er Jahren haben sich verwirklicht, beruflich Karriere gemacht und eine Familie gegründet. Doch der Held des vorliegenden Romans ist auf der Suche nach seiner Identität, seiner spirituellen und politischen Heimat. Diese Suche treibt ihn durch die Welt und die Höhen und Tiefen menschlicher Erfahrung. Es ist das Bild einer suchenden Generation, das der Autor schonungslos und offen zeichnet. Sicher eine Lektüre für Nostalgiker, die noch immer in ihren Träumen dem Glück und den verpassten Möglichkeiten hinterher jagen. Der Roman bietet aber auch der heutigen jungen Generation einen Einblick in die Lebenswelten ihrer Eltern und Großeltern. Daher empfehle ich den Roman auch als Schullektüre.

Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de

Am stärksten ist das Buch immer, wenn Meier in Gestalt seines Alter Ego Michel ganz nah an seiner damaligen

Lebenswirklichkeit ist und glaubhaft, ohne um die Sympathie des Publikums zu buhlen, die Irrungen und Wirrungen eines

jungen Mannes schildert, der einfach nur raus wollte und sich dabei auch in manche

Sackgasse verrannt hat. Darin werden viele, die damals jung waren, vieles wiedererkennen.

peko

Badische Neueste Nachrichten

Wer schon immer wissen wollte, wie es ist, auf einem LSD-Trip zu sein, ohne es selber auszuprobieren, und sich dabei auch noch köstlich amüsieren möchte, dem sei Georg Meiers Roman empfohlen.

Manfred Schubert, OBERHESSISCHE PRESSE

Georg Meier im hr2 über seinen Debütroman "Alle waren in Woodstock – außer mir und den Beatles"
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