Pressestimmen:
Ein Roman, der aufgrund seiner sprachlichen Präzision, seiner thematischen Komplexität und seines raffinierten Gewebes aus verschiedenen Zeitschichten und Motivsträngen den Leser mühelos bei der Stange halten dürfte. »Lieberknechts Bilder« heißt das Buch. Somit lässt der Titel gleich drei der vorhandenen Leitmotive anklingen: Zeitgeschichte und (bildende) Kunst sowie ihre immer epochenspezifisch prekäre Verquickung. Wie genau die Kunstproduktion dieses Karl Lieberknecht sich mit dem zunehmenden Wissen um historische Zusammenhänge verändert, das erzählt Restat auf überaus packende Weise. Er schildert einen Bewusstwerdungsprozess, der nicht nur im Umgang mit verschwiegenen Altlasten des Dritten Reiches, sondern auch in der Auseinandersetzung mit Altlasten des eigenen (ungelebten) Lebens Kontur gewinnt. Eine teils grimmige, teils melancholische Spurensuche auf hohem Reflexionsniveau, spannend und dramaturgisch geglückt.
Verena Joos, Hessische Allgemeine
(...) der Roman [ist] der spannenden Fragestellung gewidmet, ob man geschehenes Unrecht wider besseren Wissens verschweigen, oder ob man sich um jeden Preis der Wahrheit verpflichtet fühlen sollte.
Sven-André Dreyer, www.schreib-lust.de
Mit gemischten Empfindungen bricht Karl Lieberknecht, ein in Berlin leidlich erfolgreicher Maler, 25 Jahre nach dem Abitur im Jahr 1997 in die nordhessische Kleinstadt Frankenhain auf, in der sich Fritzlar erkennen lässt. Diese Passagen zählen zu den stärksten in Ulrich Restats erstem Roman »Lieberknechts Bilder«.
Die Rückkehr in eine Welt, die einem fremd und gleichzeitig vertraut ist, die eng wirkt und doch wieder jung sein lässt - das ist hervorragend beobachtet und erzählt. Auch die Eröffnung der Ausstellung, die seine Mitschüler bald für Lieberknecht organisieren und bei der sich die Lokalpolitiker in Szene setzen, ist fabelhaft geschildert (...) Restat ist ein souveräner Erzähler, er hat seinen Stoff - der von in der Gegenwart in Berlin spielenden Szenen eingerahmt wird - im Griff. Seine Figuren haben Konturen. Auch sprachlich ist das Buch geradlinig.
Mark-Christian von Busse, HNA