Pressestimmen:
Die halbfiktive Autobiografie eines jüdischen Emigranten, der das Paradies in Übersee sucht, gerät zur haarsträubenden Satire auf das Leben in den USA. Dokument einer Hassliebe zu New York, der Stadt der großen Träume und nicht minder großen Enttäuschungen.
Welt am Sonntag
Schock, Groteske und schwarzer Humor sind die Mittel Edgar Hilsenraths, der 1926 in eine jüdische Kaufmannsfamilie geboren wurde und ein ukrainisches Ghetto überlebte. Er misstraut der These von der Undarstellbarkeit des Schreckens. ... Im Kölner Dittrich Verlag erscheint nun »Fuck America. Bronskys Geständnis« ... als Auftakt der Edition einer elfbändigen Werkausgabe neu. Der hinzugekommene Obertitel hat den Beigeschmack modischen Ressentiments, doch er stand dem Originalmanuskript im Prolog voran und ist in seiner Doppeldeutigkeit nicht abwegig. ... »Bronskys Geständnis« ... ist ... als starkes Stück deutscher Gegenwartsliteratur und eigenwilliger New-York-Roman unbedingt neu zu entdecken.
Berliner Zeitung
Edgar Hilsenrath: Im Ausland gilt er als einer der herausragenden deutschsprachigen jüdischen Autoren, in Deutschland ist er fast in Vergessenheit geraten, in Literaturkreisen ist seine saftig-satirische Prosa umstritten. Der Kölner Dittrich-Verlag legt seine Bücher neu auf.
Kölner Stadtrevue
Wer Hilsenrath, der als wichtigster deutschsprachiger jüdischer Holocaust-Autor gilt, kennen lernen will, dem sei »Fuck America« ans Herz gelegt. Zum einen ist das Buch ein putzmuntere und beißende Satire auf US-amerikanische Glücksverheißungen. Zum anderen ist »Fuck America« eine mit autobiographischen Details gespickte Totenklage. Im letzten Drittel öffnet sich Bronsky/Hilsenrath. Berichtet von dem einen Bronsky, der mit den sechs Millionen Juden gestorben ist, und von dem anderen, der überlebt hat. Ein wichtiges Buch.
OÖNachrichten (Österreich)
Schon auf den ersten fünf Seiten zeigt sich die ganze Kunst Edgar Hilsenraths: für seine eigenwillige Mischung aus schwarzem Humor, Holocaust und einer überbordenden Fantastik ist der mittlerweile 77-jährige Autor jedoch nicht nur gerühmt, sondern auch gescholten worden. Und dabei sind es seine eigenen, ins groteske überzeichnete Erfahrungen und im Ergebnis um so wahrere Geschichten, die in 22 Ländern über fünf Millionen mal verkauft wurden. Um mit seinem Protagonisten Bronsky zu sprechen: »Es handelt sich um eine Art Tatsachenroman, obwohl man die Tatsachen zuweilen verfremden muß, um sie besser zu begreifen.« Über das Elend des Exils mit seiner Kontinuität der Entmenschlichung hat Hilsenrath einen großartigen und packenden Roman geschrieben: lakonisch und präzise im Ausdruck, mit von allem Balast befreiten Dialogen und Schilderungen, die den Nagel auf den Kopf und den Leser ins Mark treffen.
LISTEN Die Zeitschrift für Bücher
Die glückliche Rückkehr der Romane Als der gebürtige Leipziger, der wohl wichtigste deutschsprachige jüdische Holocaust-Autor, vor rund zwei Jahren von seinem Berliner Buchhändler erfuhr, dass seine Romane nicht mehr lieferbar seien, glaubte er seinen Ohren nicht zu trauen. ... Im Laufe der Jahre 2002/2003 wurden ihm sämtliche Rechte vom Piper Verlag zurückgegeben. Doch Hilsenrath hatte Glück im Unglück: Denn nun beschloss der Kölner Verleger Volker Dittrich, eine elfbändige Hilsenrath-Werkausgbe im Dittrich Verlag zu edieren. Auch wenn Dittrichs Verlag zu den kleinen im Land gehört, die es bei den Buchhändlern nicht gerade leicht haben: Edgar Hilsenrath scheint glücklich zu sein. Dittrich startet die Edition nun mit Band 4: »Bronskys Geständnis«. Der deftig satirische Roman, Hilsenraths tabulose Abrechnung mit dem Amerika der 50er Jahre (über das sexfixierte Leben eines jungen jüdischen Exilanten in New York) heißt im Haupttitel »Fuck America«. Kein Marketing-Gag, wie Dittrich betont: Die beiden provokanten Vokabeln stehen im Prolog des Romans, der einst in Ex-Jugoslawien unter genau diesem Titel erschienen ist, unter dem ein serbischer Regisseur, der in den USA lebt, den Roman alsbald verfilmen will.
Kölner Stadtanzeiger
Bis heute passt der in Berlin lebende Autor in keine Schublade. Sein Oeuvre ist ätzend, und es bricht Tabus. Doch es lohnt, ihn zu lesen. Wie Bronsky einer berühmten Fernsehpsychologin seine Überlebensgeschichte im Ghetto erzählt, wie er seine Geburt auf die »Schlachtbank Erde« aus der Sicht des Embryos nachempfindet, wobei sein erster Blick an die zwei am Fenster stehenden Nazis fällt, wie er versucht, mit der Chefsekretärin eines berühmten New Yorker Verlages anzubändeln, in der Hoffnung auf diese Weise seinen Roman unterzubringen, oder zur Verbesserung seiner pekuniären Siuation auf ene Heiratsanzeige eingeht - das alles hat Hilsenrath in einer zwischen düsterer Poesie und krassem Realismus, zwischen Obszönität und sarkastischem Witz changierenden Collage kongenial dargestellt. Der Verlag will das Werk dieses eigenwilligen, kauzigen, in der westdeutschen Verlagslandschaft wegen seines spättischen, für manche respektlos erscheinenden Umgangs mit jüdischen Schicksalen immer ein wenig verlorenen Autor für nachfolgende Generationen bewahren, im »kulturellen Gedächtnis verankern«, wie Helmut Braun, früher sein Verleger, nun der Herausgeber der Werkausgabe, während einer Vorstellung in der Akademie der Künste sagte. Es gereiche dem Verlag zur Ehre, literarische Heimat zu sein für die Werke eines eingestandenermaßen Heimatlosen, der immer nur in eines verliebt war, in die deutsche Sprache.
Rheinischer Merkur
Ich habe mich in die deutsche Sprache verliebt, sagt Edgar Hilsenrath. Es fällt schwer, das zu glauben, denn die deutsche Sprache ist auch die Sprache derer, die versuchten, ihn, seine Familie und sein Volk auszulöschen. Jakob Bronsky schreibt, wie er sagt, um ein »schwarzes Loch in seiner Erinnerung auszufüllen«, über das Leben in »diesem Ghetto«. Schreiben als Mittel zur Wiedergewinnung der Erinnerung und ihrer Überwindung. Das könnte auch die Triebfeder Hilsenraths Arbeit sein, der sich selbst als Holocaust-Autor sieht. Es ist ein mitunter zynischer, auch derber Humor, der das, was in seinen Büchern beschrieben ist, lesbar macht. "Meine Bücher sind die einzigen über den Holocaust, die man lesen kann, weil sie Humor haben". So gibt Hilsenath seinen Bronsky mitunter einer vielleicht selbstironischen Lächerlichkeit preis, wenn der ein Kapitel fertig gestellt hat und notgeil mit einer Erektion den Broadway entlang spaziert. In den späten 70ern und in den 80ern wurde Hilsenrath als einer der »wenigen bedeutenden deutschsprachigen Autoren der Gegenwart« gefeiert (Frankfurter Rundschau). Sein letzter deutscher Verlag Piper jedoch, vor einigen Jahren vom Schwedischen Bonnierverlag aufgekauft, vernachlässigte seine Bücher so, dass er das Urheberrecht zurück forderte, das schließlich in den Jahren 2000 bis 2003 »mit freundlichen Grüßen« an ihn zurück ging. Volker Dittrich vom Kölner Dittrich Verlag brauchte nicht lange zu überlegen und einigte sich im Februar 2003 schnell mit Hilsenrath über eine Werkausgabe. Jedes der jetzt neu erscheinenden Bücher kommt mit einer auf 30 Stück limitierten Farbradierung von Christian Lang, die man zusätzlich erwerben kann. Die Kunststiftung NRW unterstützte das notwendige, Respekt erweisende Projekt des kleinen Verlags, mit einer Anschubfinanzierung. Dittrich hofft, Hilsenrath in Zukunft eine neue Leserschaft erschließen zu können. Was zu wünschen bleibt, denn Hilsenraths Geschichten, in denen Bitterkeit und Komik gleichermaßen einherfließen, gehören weiterhin gelesen.
Style & TheFamilyTunes
Der Roman ist so aktuell und so wichtig wie im Ersterscheinungsjahr, ist vielleicht aktueller denn je und wichtiger als viele mehr und weniger bedeutungsvolle Bücher, die uns Jahr für Jahr mit amerikanischen Mittelstands-Querelen Überschütten. Hilsenrath schreibt lapidar, ironisch, böse, zuweilen sehr komisch, oft in sehr kanppen Dialogen und doch vielschichtig, er schreibt für sich selbst ... und gibt zugleich den sechs Millionen ermordeten Juden eine Stimme. Er schreibt unbürgerlich »unmoralisch« mit höchstem moralischen Anspruch. In den siebziger und achtziger Jahren gehörte Hilsenrath zu den meistgelesenen deutschen Autoren. Eine neue, junge Generation in Deutschland sollte Edgar Hilsenraths Buch lesen, und dann die nächste und die Übernächste. Die Werkausgabe, die der kleine Verlag als Verneigung vor einem großen deutschen Erzähler verstehen möchte, hebt den Autor nur dahin, wo er schon lange seinen Platz gefunden haben sollte, in die Weltliteratur des 20. Jahrhunderts.
NEUES DEUTSCHLAND
Er steht von seiner internationalen Bedeutung her in einer Reihe mit Grass, Lenz, Böll und Wolf. Doch in Deutschland ist Edgar Hilsenrath, der 1926 in Leipzig geborene, von den Nazis vertriebene und ins Ghetto verschleppte Schriftsteller, nicht richtig populär geworden. Eine Schande für Land und Literaturbetrieb. Aber wir wollen nicht klagen, wir wollen lesen und hören: Hilsenrath hat den schwärzesten Humor unter den deutschen Autoren, er ist einer der begnadetsten Geschichtenerzähler, er beschreibt das Unerträgliche wie kein anderer. ( ...) Bronskys Geständnis - Fuck America, eine derb-sarkastische Schilderung der Emigrantenszene im New York der 50er Jahre. Sicher nicht jugendfrei, konsequent schonungslos und mit Dialogen, an denen Woody Allen seinen Spaß hätte.
Thomas Hoeps in »Literarischer Sommer 2004«, Programmheft
»Ein bizarres, wüstes Nachtasyl-Personal zieht auf, Penner, Huren, Säufer, Kriminelle, Entgleiste und Entglittene, ein Rinnstein-Inferno. Der alltägliche Wolfskampf um den Dollar und einen Bissen kann zur Posse und zur Tragödie werden.«
DER SPIEGEL
Die Weltauflage seiner Bücher beträgt mehr als fünf Millionen Exemplare. Seine Bücher sind in 18 Sprachen übersetzt, in 22 Ländern veröffentlicht. Edgar Hilsenrath ist einer der wenigen deutschsprachigen Autoren, die international anerkannt sind. Im Dittrich Verlag erscheint jetzt seine Werkausgabe. Der Maler und Grafiker Christian Lang erstellt zu jedem Buch eine Farbradierung. Auflage: 30 Exemplare. Preis: Euro 250,00. Bestellung beim Verlag.