Pressestimmen:
Edgar Hilsenrath ist Ruben Jablonski, Ruben Jablonski ist nicht Edgar Hilsenrath ... aber beide sind nicht voneinander zu trennen. Kurze knappe Sätze erzählen diese Geschichte, objektiv und sachlich: Fakten statt Emotionen, Gedanken statt Gefühle. Die Sachlichkeit der Sprache überdeckt Grauen und Verzweiflung, Trauer und Wut. Die Emotionen liegen hinter den Sätzen, sie bleiben spürbar auf jeder Seite, hinter jeder Zeile. Edgar Hilsernath ist ein großer Autor.
Ernst-Jürgen Walberg, NDR1
Edgar Hilsenraths "Abenteuer des Ruben Jablonski", 1997 erstmals publiziert, sind nun als Band 8 der sorgfältig edierten und kommentierten Edgar-Hilsenrath-Werkausgabe erschienen, mit der der Dittrich Verlag diesen 1926 als Kind jüdischer Eltern in Leipzig geborenen großen Außenseiter der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gebührend würdigt. Aus der Perspektive des Schelms, unerbittlich gegenüber der Welt und sich selbst lässt Hilsenrath in der Figur seines Helden und Ich-Erzählers Jablonski die eigene Jugend Revue passieren. ... Hilsenraths Roman fasziniert durch die Weltsicht seines Erzählers. Respektlos, lakonisch und grotesk balanciert er über die Abgründe der Wirklichkeit - und liefert so ein einzigartiges Bild von einem jüdischen Schicksal in den Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren. Heute gibt es die Werkausgabe, lässt die Hilsenrath die Ehre zu teil werden, die ihm gebührt? Ich hoffe, und meine völlig zu Recht, wird Edgar Hilsenrath mit dieser sehr gut gemachten Werkausgabe im Dittrich Verlag nun doch zu einem Klassiker der deutschen Gegenwartsliteratur.
Martin Sander, DEUTSCHLAND RADIO KULTUR
Hilsenrath schreibt ganz ohne Hass, sogar ohne Zorn auf die Deutschen, die Rumänen, die Ukrainer, die ihn und seine Familie verfolgten. Er sucht auch nicht nach Erklärungen, sondern schildert nur die Tatsachen - gespiegelt in den Gesprächen der Überlebenden. Die Erschießung der Juden, wie sie erschlagen wurden, in Viehwaggons gepackt, abtransportiert. Er schildert auch seine Gier nach Sex, seine Rücksichtslosigkeit gegenüber Ehemännern, seine eigene Treulosigkeit. Nüchtern, wie aus weiter Entfernung. "Die Abenteuer des Ruben Jablonski" - das ist nicht der Titel eines "spannenden" Buches, aber der eines ungeheuer fesselnden. Wer es einmal angefangen hat (und der Anfang ist "spannend"!), versucht es in einem Rutsch durchzulesen. ... Das Beeindruckendste an diesem Buch und der Beweis für die überragende Meisterschaft des Autors: Bei aller Verstörung, die sein Text bewirkt, ist der "Roman" auch schön, nicht nur literarisch, sondern weil man beim Lesen mit dem jungen Mann mitfühlt, der sich auf die gefährliche Reise nach Palästina macht, mit seinen Enttäuschungen, seinen Zweifeln an den israelischen Terroristen und seinem Verständnis für die Araber, die - zumindest am Anfang - auf ganz legalem Weg aus ihren uralt-gewohnten Weidegebieten vertrieben werden, das von den eingewanderten Juden bezahlte Geld aber nicht als vollwertigen Ersatz betrachten können. ... Hilsenrath ist einfach ein Meister. Und der achte Band der auf zehn Bände angelegten Werkausgabe, die der Berliner Dittrich Verlag herausgibt, ist nicht nur im Erscheinungsjahr 2007 ein Lese-Muss.
Anne von Blomberg, www.readme.de
Hilsenrath schreibt nüchtern, klar und ohne Wehklagen. Die Geschichte klingt wie der Bericht eines neutralen Beobachters, der mit viel Chúzpe die schlimmsten Gefahren für sich abwenden konnte. Sein Roman ist anschaulich, sehr gut erzählt und lässt den Leser unmittelbar teilnehmen am Schicksal jüdischer Bürger, die, sofern sie überlebt hatten, hin und her geschoben nach einer neuen Heimat Ausschau hielten. Als Roman konzipiert wird ein Stück Zeitgeschichte nacherzählt, die wie erfunden scheint und doch der Wirklichkeit entstammt.
Claudine Borries, www.literaturnetz.com
Mit der Überfahrt nach New York endet der Roman "Die Abenteuer des Ruben Jablonski". Doch wer wissen will, wie es weiter geht mit dem Leben und Schreiben von Edgar Hilsenrath, dem seien alle seine Bücher an´s Herz gelegt. Hilsenrath ist ein faszinierender Schreiber, ein Schelm und ein Zauberer, dessen Figuren lebendig und unaufgeregt daher kommen. Sie sind prall und sensibel, monströs und verletzlich, unverstellt und geheimnisvoll. Edgar Hilsenrath weiß so viel von den Menschen, weil er so viel von sich weiß. Er schaut genau hin und immer ohne Pathos, egal worüber er schreibt. Er ist unendlich zart und zärtlich im Umgang mit seinen Figuren, seine Sprache so nüchtern, dass ihm auch die grausamsten Szenen nicht in den Horror entgleiten. Seine Bücher sind eine literarische Gaumenfreude mit viel Bittersüße.
Eveline Petzold, NDR-Kulturspiegel
Aus der Perspektive des Schelms, unerbittlich gegenüber der Welt und sich selbst, lässt Edgar Hilsenrath seine Jugend Revue passieren. ... Trotz ihrer engen autobiographischen Bezüge bleiben "Die Abenteuer des Ruben Jablonski" Literatur. Der Roman fasziniert vor allem durch die Haltung seines Erzählers. Ohne Respekt, mit Lakonie und einem untrüglichem Sinn für das Tragische und Skurrile balanciert Edgar Hilsenrath über Abgründe hinweg. So liefert er ein einzigartiges Bild eines jüdischen Schicksals in den Kriegs- und Nachkriegsjahren.
Martin Sander, HESSISCHER RUNDFUNK
Als 2003 der Piper Verlag die Rechte an den Büchern an Hilsenrath zurückgab, nahm sich der Verleger Volker Dittrich seiner an - und hat sich damit wohl einen Ehrenplatz in der Literturgeschichte verdient. Der 1997 erschienene Roman "Die Abenteuer des Ruben Jablonski" ist der vorletzte Band der Werkausgabe, die im Frühjahr 2008 abgeschlossen sein wird. In "Ruben Jablonski" erzählt Hilsenrath sein Leben, von der Kindheit in Halle, der Flucht nach Rumänien, dem Ghetto von Mogilev-Podolsk, der Emigration nach Palästina, Frankreich, den USA und schließlich den ersten Versuchen als Schriftsteller. "Ruben Jablonkski" ist in einer ungemein direkten, schonungslosen Sprache geschrieben, manchmal so trocken, dass es wehtut - eben so, wie es gewesen ist. Ist Edgar Hilsenrath eigentlich Schulautor? Falls nicht, sollte man ihn schleunigst dazu machen. Seine Romane sind nämlich, nebenbei, Weltliteratur.
Olaf Schmidt KREUZER Das Leipziger Stadtmagazin
Aus dem Ghetto in die Freiheit. Edgar Hilsenraths großer Roman »Die Abenteuer des Ruben Jablonski« erzählt die Geschichte eines 18-jährigen, der sich nach der Befreiung aus dem Ghetto auf den Weg nach Palästina macht.
Eine spannende Reise quer durch den Balkan und Kleinasien, in das vom blutigen Bürgerkrieg zerrissene, gerade im Entstehen begriffene Israel.