Ein Roman, der aufgrund seiner sprachlichen Präzision, seiner thematischen Komplexität und seines raffinierten Gewebes aus verschiedenen Zeitschichten und Motivsträngen den Leser mühelos bei der Stange halten dürfte. »Lieberknechts Bilder« heißt das Buch. Somit lässt der Titel gleich drei der vorhandenen Leitmotive anklingen: Zeitgeschichte und (bildende) Kunst sowie ihre immer epochenspezifisch prekäre Verquickung. Wie genau die Kunstproduktion dieses Karl Lieberknecht sich mit dem zunehmenden Wissen um historische Zusammenhänge verändert, das erzählt Restat auf überaus packende Weise. Er schildert einen Bewusstwerdungsprozess, der nicht nur im Umgang mit verschwiegenen Altlasten des Dritten Reiches, sondern auch in der Auseinandersetzung mit Altlasten des eigenen (ungelebten) Lebens Kontur gewinnt. Eine teils grimmige, teils melancholische Spurensuche auf hohem Reflexionsniveau, spannend und dramaturgisch geglückt.
Verena Joos, Hessische Allgemeine
Ulrich Restat
Lieberknechts Bilder
Roman
Erschienen am: 05.04%.2009
ISBN: 978-3-937717-35-7 Aktuelle Lesungen: |
Der Maler Karl Lieberknecht fährt zu einem Klassentreffen in die hessische Kleinstadt Frankenhain. Monika, seine Jugendliebe, lanciert für ihn eine Ausstellung in der örtlichen Galerie, um ihn länger in ihrer Nähe zu behalten. Die Vertreter der Stadt wollen sich mit dem Künstler aus Berlin schmücken und erteilen Lieberknecht den Auftrag, zum Jubiläum der Schule ein Wandbild zu gestalten: Im Eingangsbereich des Gebäudes soll der hochverehrte ehemalige Rektor und Politiker Heinrich Müller dargestellt werden, dessen Namen die Schule in Zukunft tragen wird. |
