Viele Frauen leben heute freizügig. Aber was die Frauen, die in diesem Buch beschrieben werden, sich bei ihrem heimlichen Doppelleben und Dreiecksspiel trauen, ist schon mehr als verblüffend. Sowohl ihrem Geliebten wie auch ihrem Ehemann gegenüber. Dabei nehmen sie sich unverblümt von beiden das jeweils Beste.
Das Buch enthält über die Gespräche hinaus reichhaltiges Material über verschiedenartige Aspekte, die im Liebeslebe eine Rolle spielen können. Forschungsergebnisse wie etwa sozial-psychologische Befunde über den damatischen Wandel in Einstellungen und Verhalten heutiger Frauen sind ebenfalls eingearbeitet.
Er hatte auf meine Zeitungsannonce hin geschrieben, und nach einem ersten, vorsichtigen Telefonat war er bereit, sich mit mir in einem Lokal zu treffen. Mit leicht gebeugtem Rücken erzählt er, immer wieder mal stockend, um Fassung ringend. Seine tiefe Bassstimme in Verbindung mit seinem bärenhaften wuchtigen Aussehen lassen ihn wie einen Fels in der Brandung erscheinen.
Leonie Mey
Doppelleben
Was Ehefrauen sich trauen
Erschienen am: 06.09%.2006
ISBN: 3937717196 |
Es hat schon immer Männer gegeben, die verheiratete Frauen genauso leidenschaftlich wie verzweifelt liebten. Das Bekenntnis aber dazu ist neu, auch die Offenheit, mit der diese Männer von ihrer Liebe erzählen und von ihrem unfreiwilligen Schicksal des heimlichen Geliebten. Gemeinsam sind ihnen eine unbestreitbar männliche Ausstrahlung und Eigenschaften, die man traditionell als weibliche bezeichnet. Diese Männer beweisen sehr viel Einfühlungsvermögen in die Situation der begehrten Ehefrau, denken intensiv über deren und über ihre eigenen Gefühle nach, sind anhänglich und sensibel, und sie hoffen und warten geduldig auf die Veränderung ihrer Situation durch sie. Vor allem sind sie ausgesprochen liebesfähig - das lässt sie an ihrer Beziehung zu ihrer Liebsten festhalten, so sehr sie auch darunter leiden. Sie stehen zu ihrer emotionalen Abhängigkeit, selbst wenn sie ihre Liebe nur wenige Stunden und nur auf Abruf genießen dürfen. In dieser neuen Geliebten-Konstellation sind die altbekannten Rollen auf den Kopf gestellt. Die verheirateten Frauen verhalten sich nämlich in diesen Liebes- und Lustgeschichten so, wie man es seit Jahrtausenden nur von verheirateten Männern kannte, die heimlich eine Geliebte haben. In den 14 Gesprächen mit den männlichen Geliebten und den drei Gesprächen mit Ehefrauen, die jahrelang ihrem heimlichen Doppelleben frönten, zeigt sich ein epochaler Wandel im Verhältnis der Geschlechter. Auch die Rolle des gehörnten Ehemannes wird beleuchtet. Er spielt - unbewusst - das Zünglein an der Waage. Von seinem Verhalten hängt es ab, wie weit seine Frau ihr außereheliches Verhältnis treibt. |
