»Dem Autor ist es gelungen, das sogenannte epische Material von den realen Gegebenheiten zu lösen und zur Dichtung zu erheben. Das konnte nur erreicht werden, weil sich in seinem Roman Leidenschaft und handwerkliches Können zur Meisterschaft verbinden.«


Peter Jokostra

»Der Fährmann Hilsenrath, dieser Dichter ist heute zu rühmen. Mit seinen Werken überquert er den Styx in umgekehrter Richtung: von den Toten zu uns, vom Vergessen zum Erinnern. Ist das nicht überhaupt die Aufgabe von Literatur und Kunst? Das Unsichtbare sichtbar zu machen? Das Verborgene zu bergen, es am Springquell des Faktischen zu zeigen? Deswegen tut man Hilsenrath Unrecht, wenn man ihn ins Ghetto der Holocaustschriftsteller einweisen will. Jeder hat seine Themen. Welche Themen ein wahrhafter Schriftsteller auch immer hat, es wird Literatur sein.«


Aus der Laudatio von Robert Schindel zur Verleihung des Lion-Feuchtwanger-Preises an Edgar Hilsenrath


Edgar Hilsenrath

Nacht

Gesammelte Werke, Band 1, Herausgegeben von Helmut Braun

Nacht

Erschienen am: 01.09%.2005 ISBN: 978-3-937717-00-5
646 Seiten, gebunden
Preis: 24,80 €

»Nacht« ist der erste Roman Edgar Hilsenraths, er schildert in erschütternder Form den Überlebenskampf zweier junger Menschen in einem rumänischen Ghetto. Das Buch war ebenso wie Hilsenraths zweiter Roman »Der Nazi & der Friseur« ein Welterfolg und muss, wie Andreas Graf in der Deutschen Vierteljahresschrift für Literaturwissenaft und Geistesgeschichte betonte, »unter die bedeutendsten Werke der deutschen Nachkriegsliteratur« gerechnet werden. »In Dantes Inferno geht es nicht höllischer zu. Zum Wolf gewordene Menschen schlagen sich für eine verfaulte Kartoffel, kämpfen brutal und gerissen um einen elenden Schlafplatz. Ein Jude aus Deutschland beschreibt so, was er als Halbwüchsiger im Zweiten Weltkrieg in einem rumänischen Ghetto er- lebt hat. »Wenn der erschütterte Leser Edgar Hilsenraths Ghetto-Roman 'Nacht' aus der Hand legt, ist er ein anderer geworden. Nur der verblendete, stumpf gebliebene oder brutale Verächter des Leidens kann dieses Epos des Grauens hinnehmen, ohne bis ins Innerste von der Heimsuchung betroffen zu sein. Es ist das Erstaunlichste an diesem Buch, dass es trotz der romanhaften Handlung alle Fakten eines Dokumentarberichtes von nie gekannter Furchtbarkeit und Endgültigkeit vorweist.« Peter Jokostra