»Dem Romancier Edgar Hilsenrath gelingt in 'Der Nazi & der Friseur' scheinbar Unmögliches - eine Satire über Juden und SS … ein blutiger Schelmenroman, grotesk, bizarr und zuweilen von grausamer Lakonik, berichtet von dunkler Zeit mit schwarzem Witz.«


DER SPIEGEL

»Der Nazi & der Friseur, ein großartiges Buch. Ein unglaublich unterhaltsames, lustiges Buch. Du lachst alle drei, vier Seiten, aber alle zehn Seiten bleibt dir das Lachen im Halse stecken.«
Jan Josef Liefers bei Elke Heidenreich in LESEN

»Diesen blutbesudelten 'Hans im Glück' mit seiner Goldlast durch die Zeiten zu bringen, diesen grauslichen Max Schulz als Itzig Finkelstein in Israel durch seiner Hände - nicht seiner Mörderhände - Arbeit zu bescheidenen Wohlstand, zu seiner dicken Mira zu bringen, da will das - und wenn sie nicht gestorben sind - nicht so recht heraus. Das Gruselspiel war ja kein Spiel, es ist durch Hilsenrath wirklich geworden, und es hat sie ja wohl doch gegeben - oder? - diese Nazis, die getan haben, wovon keiner gewußt, was keiner gewollt, und wenn man alles vergessen sollte: die Goldzähne und die, die sie einmal getragen haben, vergißt man nicht, wenn Schulz-Finkelstein da im Wald der sechs Millionen spazieren geht.«


Heinrich Böll


Edgar Hilsenrath

Der Nazi & der Friseur

Gesammelte Werke, Band 2 Herausgegeben von Helmut Braun

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Erschienen am: 01.01%.2008 ISBN: 978-3-937717-01-2
480 Seiten, gebunden
Preis: 22,80 €


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Dieser Roman aus Deutschlands schlimmster Vergangenheit hat seine eigene Geschichte. Erst sieben Jahre nach seinem Welterfolg in Amerika, Italien, England und Frankreich erschien der ursprünglich auf deutsch geschriebene »Der Nazi & der Friseur« auch in der Bundesrepublik. »Es wäre interessant zu wissen, was das deutsche Volk zu diesem Buch sagen würde«, schrieb Jahre zuvor Times Literary Supplement. Diese lang erwartete Antwort auf das Buch eines Juden mit deutscher Vergangenheit, Sprache und Kultur, das von der Geschichte dieses Landes diktiert und für das es geschrieben wurde, war ein überraschender sensationeller Erfolg. Doch es ist nicht nur der surreale Horror, der Kritiker und Leser dieser turbulenten Großdeutschland-Parodie betroffen machte. Es war nicht nur diese Geschichte von der Höllenfahrt des gelernten Friseurs und späteren SS-Oberscharführers Max Schulz aus der deutschen Provinzstadt, der, als Massenmörder an Tausenden von Juden nach dem Krieg gesucht, in der Identität seines durch ihn umgekommenen jüdischen Jugendfreundes Itzig Finkelstein Schutz sucht, der mit einem Sack voll Goldzähnen auf dem Schwarzmarkt in Berlin sein Geld macht und schließlich mit seinem Gesicht wie ein »Stürmer-Jude« unangefochten nach Israel auswandert und dort seinen gesicherten Lebensabend antritt. Der Erfolg gilt auch einem literarischen Meisterwerk, der Entdeckung eines großen Satirikers und seiner Sprache, »die wild wuchert und doch oft genug trifft, eine düstere und auch stille Poesie entfaltet«, wie Heinrich Böll schrieb.