»Ein schönes, kluges, berührendes Buch über eine gestorbene Welt … Manche Menschen werden weinen, wenn sie das Buch lesen. Und das ist gut so, denn unsere Zeit braucht Tränen, um nicht zu vergessen.«
Andrzej Szczypiorski, DER SPIEGEL

»Edgar Hilsenrath gehört zu den wenigen bedeutenden deutschsprachigen Autoren der Gegenwart.«
Karl-Heinz Götze, Frankfurter Rundschau

»Hilsenrath ist ein Erzähler, wie ich seit Thomas Mann und seit Günter Grass der Blechtrommel keinen mehr kennengelernt habe.«
Arnfrid Astel, Südwestfunk


Edgar Hilsenrath

Jossel Wassermanns Heimkehr

Gesammelte Werke, Band 7 Herausgegeben von Helmut Braun

Josselwassermannsheimkehr

Erschienen am: 01.03%.2004 ISBN: 978-3-920862-57-6
300 Seiten, gebunden
Preis: 19,80 €

Jossel Wassermann macht sein Testament. Es ist Spätsommer 1939, und während ganz Europa auf den Krieg wartet, erzählt der reiche Matzebrotfabrikant in seiner Villa am Zürichsee einem Anwalt und einem Notar von der Welt, aus der er herkommt: dem kleinen jüdischen Schtetl am Pruth, unweit von Czernowitz, am östlichsten Rand der alten Donaumonarchie. Es ist eine Welt, die nur aus Geschichten zu bestehen scheint, Geschichten, die kein Ende nehmen wollen, und deren grausames Ende doch schon beschlossen ist. Mit seinem urwüchsigen Fabuliertalent breitet Edgar Hilsenrath einen farbigen Bilderbogen vor dem Leser aus. Geschichten vom Wasserträger Jankl und seiner heimlichen Liebe zu Rifke, der Tochter des Schusters Katz, von der alten Vogelscheuche und dem Kruzifix an der Landstraße nach Sniatyn, und natürlich die berühmte Geschichte vom jüdischen Salzhering und dem österreichischen Kaiser - ein buntes Treiben vor einem düsteren Hintergrund. Denn das Geld Jossel Wassermanns und auch sein Leichnam werden Pohodna nie erreichen, wie er es in seinem Testament verfügt. Über all den idyllischen, glücklichen Erinnerungen liegt der Schatten dessen, was kommen wird - die unvorstellbar grausame Ausrottung der europäischen Juden, die das in diesen Geschichten blühende Leben auslöschen wird - endgültig und unwiderruflich. Edgar Hilsenraths großer Roman ist das Totenlied auf die reiche Kultur des osteuropäischen Judentums.