»Ein bizarres, wüstes Nachtasyl-Personal zieht auf, Penner, Huren, Säufer, Kriminelle, Entgleiste und Entglittene, ein Rinnstein-Inferno. Der alltägliche Wolfskampf um den Dollar und einen Bissen kann zur Posse und zur Tragödie werden.«
DER SPIEGEL

Die Weltauflage seiner Bücher beträgt mehr als fünf Millionen Exemplare. Seine Bücher sind in 18 Sprachen übersetzt, in 22 Ländern veröffentlicht. Edgar Hilsenrath ist einer der wenigen deutschsprachigen Autoren, die international anerkannt sind. Im Dittrich Verlag erscheint jetzt seine Werkausgabe. Der Maler und Grafiker Christian Lang erstellt zu jedem Buch eine Farbradierung. Auflage: 30 Exemplare. Preis: Euro 250,00. Bestellung beim Verlag.


Edgar Hilsenrath

Fuck America

Bronskys Geständnis Gesammelte Werke Band 4 Herausgegeben von Helmut Braun

Fuckamerica

Erschienen am: 01.09%.2003 ISBN: 978-3-920862-48-4
288 Seiten, gebunden
Preis: 19,80 €


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In der Emigrantencafeteria Ecke Broadway/86. Straße in New York sitzt Nacht für Nacht der deutschstämmige Jude Jakob Bronsky und schreibt an seinem autobiografischen Roman »Der Wichser«. Sein Leben fristet er als Aushilfskellner, Tellerwäscher etc., sein Alltag besteht aus dem ewigen Kampf um ein warmes Essen, eine Bleibe, einen Busfahrschein. Sein »Geständnis«, das mit dem Motto »Fuck America« beginnt, ist eine böse Satire auf die falschen Versprechungen einer verlogenen Gesellschaft und ein bitteres Resümee des jüdischen Schicksals. Ein erschütterndes Bekenntnisbuch und ein packendes zeitgeschichtliches Dokument, das ist Hilsenraths Abrechnung mit dem Amerika der fünfziger Jahre. Sein Romanheld, der halb fiktive, halb autobiografisch gezeichnete jüdische Einwanderer Jakob Bronsky erlebt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten aus der Perspektive des Penners und Aushilfskellners. Mit lapidarem Witz, aber auch mit der dem Milieu angemessenen Deftigkeit schildert Hilsenrath den Kampf seines Helden um das Überleben in diesem erfolgsorientierten Land und seine Besessenheit, sich schreibend zu artikulieren. Bronskys Suche nach einer Frau führt zu traumatischen Obsessionen und makabren, sich überstürzenden Phantasien: Poetische Elemente, krasser Realismus, Obszönität und bitterböser Witz verbinden sich zu einer Collage, die tief betroffen macht. Wer das Buch in diesen Tagen liest, muss unwillkürlich auch an die Situation heutiger Emigranten in Deutschland und anderen europäischen Staaten denken. Auch die Diskussion über das Zuwanderungsgesetz gibt dem Buch eine große Aktualität.