Christoph D. Brumme schreibt ein leichtherzig kluges Buch über seine 8.353 km lange Fahrradfahrt durch Polen, die Ukraine und Russland
Jedes Land hat seinen Osten!
Als reine Reisereportage schon wäre „Auf einem blauen Elefanten“ mit Gewinn zu lesen, weil man aus dem Buch so viel über die Menschen und die Landschaft im Osten erfährt. Doch Brummes schlanke, reiche Prosa, die Essensvorlieben, den wehen Hintern, wilde Hunde und quälende Irrwege nicht verschweigt, verführt regelmäßig zu reizvollen Geistesabwegen. Da geht es um deutsche Verhältnisse, die sich lästig in seine fremden Heimatgefühle drängen. Die Ziegen am Weg erinnern ihn an Denker, und die Waldtiere werden mit einer Rede besänftigt. Der Geschmack russischer Wörter will erwogen sein oder der Zusammenhang zwischen Mentalität und angebauten Pflanzen. Brumme wird mit jedem Kilometer mehr zum Philosophen auf dem Fahrrad, aber zu einem, der das Lächeln, das Staunen und die Selbstironie nicht vergisst. (alles lesen)
Rolf-Bernhard Essig, literaturkritik.de
Der Fahrradpilger
Die Strasse in «die dunkle Mitte Europas» ist voller Geschichten; wer mit dem Fahrrad durchkommt, berührt fremdes Leben. Brumme schreibt als Liebender. Er liebt sein Fahrrad, seinen blauen Elefanten, mit dem er auf der ganzen Strecke keine Panne hat, und er liebt das auserwählte Ziel seiner Reise, Saratow, Inbegriff eines guten Russland.
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Angelika Overath, Neue Zürcher Zeitung (NZZ)
